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Gin-Lexikon

In diesem kleinen Gin-Glossar haben wir einige der gängigsten Begriffe rund um das Thema Gin zusammengestellt. Auch diese, wie auch das Whisky– und das Rum-Lexikon, sollen den Einstieg in die Materie erleichtern. Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Aged Gin – In Holzfässern gelagerter Gin. Die Lagerung verleiht ihm Farbe und zusätzliche Aromen (Vanille, Karamell, Röstaromen), ohne die botanischen Noten zu überdecken.
  • Alkoholbasis – Der neutrale Grundalkohol, auf dem ein Gin basiert. Kann aus Getreide, Rüben, Trauben oder anderen Rohstoffen destilliert sein. Beeinflusst subtil die Textur und das Mundgefühl.
  • Bathtub Gin – Informeller Begriff für kalt kompoundierten Gin, bei dem Botanicals ohne erneute Destillation im Neutralalkohol mazeriert werden. Einfache Methode mit rustikalem Charakter.
  • Botanicals – Pflanzliche Zutaten, die Gin seinen Charakter verleihen. Gesetzlich vorgeschrieben ist nur Wacholder. Alle weiteren Botanicals – wie Koriander, Angelikawurzel oder Zitrusschalen – sind frei wählbar.
  • Carter-Head Still – Spezielle Destillationsblase mit einem Korb (Basket), durch den der Dampf geleitet wird, bevor er kondensiert. Erzeugt besonders delikate, leichte Ginaromen. Bekanntes Beispiel: Hendrick’s Gin.
  • Cold Compounding – Herstellungsverfahren, bei dem Aromen ohne erneute Destillation dem Neutralalkohol zugesetzt werden – durch Mazeration oder synthetische Essenzen. Kostengünstig, aber qualitativ begrenzt.
  • Contemporary Gin – Stilkategorie für Gins, bei denen andere Botanicals dominant sind als Wacholder. Wacholder muss vorhanden sein, tritt aber aromatisch in den Hintergrund.
  • Destillierter Gin – Gin, bei dem alle Botanicals in der Brennblase mit Neutralalkohol destilliert werden. Gesetzlich anerkannte Kategorie innerhalb der EU. Beispiel: London Dry Gin.
  • Dry Gin – Gin ohne Süßungszusatz. In der EU darf Dry Gin maximal 0,1 g/l Restzucker enthalten.
  • Fasstärke – Abfüllung des Gins ohne Verdünnung direkt auf dem Destillationsalkohol. Ergibt intensivere, öligere Texturen und kräftigere Aromen.
  • Genever – Niederländisch-belgischer Vorgänger des modernen Gins. Basiert auf Malt Wine (einem Getreidedestillat) und Wacholder. Malzigere, vollmundigere Aromenstruktur als Gin.
  • Gin Tonic – Klassischer Longdrink aus Gin und Tonic Water. Im heutigen Genuss oft mit speziell angepasstem Tonic, Garnitur und Eisblock serviert, um die Botanicals des jeweiligen Gins zu unterstreichen.
  • Harvest Gin – Saisonale Gin-Abfüllung mit frisch geernteten, regionalen Botanicals. Spiegelt die Aromen einer bestimmten Jahreszeit wider.
  • Infusion – Einlegen von Botanicals in Alkohol ohne Destillation. Methode zur Aromengewinnung, die in Post-Still-Infusions verwendet wird, um flüchtige Noten (z. B. frische Zitrusschalen) zu erhalten.
  • Juniper – Wacholder (Juniperus communis) – die einzige gesetzlich vorgeschriebene Botanical für Gin. Verleiht die charakteristischen harzigen, kiefernartigen und erdig-frischen Noten.
  • London Dry Gin – Streng regulierter Gin-Stil. Alle Aromen müssen durch Destillation entstehen – kein Farbstoff, keine Süßung außer maximal 0,1 g/l Zucker. Darf heute weltweit hergestellt werden, nicht nur in London.
  • Malt Wine – Getreidedestillat auf Basis von Gerste, das als Basis für Genever dient. Macht 15–51 % (Jonge) bzw. über 51 % (Oude Genever) des Destillats aus.
  • Mazeration – Einweichen von Botanicals in Alkohol vor der Destillation. Dauer und Alkoholstärke beeinflussen, welche Aromaverbindungen extrahiert werden.
  • Navy Strength Gin – Gin mit mindestens 57 % Vol. Alkohol. Historisch musste Gin an Bord britischer Kriegsschiffe diese Stärke haben, damit er auslaufendes Schießpulver nicht unbrauchbar machte.
  • New Western Gin – Synonym für Contemporary Gin – Gins mit unkonventionellen Botanicals, bei denen Wacholder nicht dominiert. Entstanden Ende der 1990er und 2000er Jahre in den USA.
  • Old Tom Gin – Historischer Ginstil mit leichter Süßung. Zwischen London Dry und Genever angesiedelt. Erlebt seit der Craft-Gin-Bewegung eine Renaissance.
  • One-Shot-Methode – Destillationsverfahren, bei dem genau die Menge Botanicals eingesetzt wird, die nach einer Destillation ohne Verdünnung die gewünschte Trinkstärke ergibt. Maximale Kontrolle und Authentizität.
  • Percolation – Destillationsverfahren, bei dem der Alkoholdampf durch einen Botanical-Korb (Basket) aufsteigt und dabei Aromen aufnimmt. Erzeugt besonders frische, zarte Noten.
  • Plymouth Gin – Geschützte geografische Angabe für Gin, der nur in Plymouth (England) hergestellt werden darf. Erdig, weich und leicht süßlich im Vergleich zu London Dry.
  • Post-Destillations-Infusion – Zugabe von Botanicals nach der Destillation, oft zur Frischekornote (z. B. Gurke, Zitrusschale). Keine erneute Destillation – Methode zum Erhalt flüchtiger Aromen.
  • Pot Still – Traditionelle Brennblase für die Ginproduktion. Erzeugt vollmundigere, texturreichere Destillate als Column Stills – typisch für handwerkliche Craft-Gins.
  • Sloe Gin – Likör auf Gin-Basis, hergestellt durch Mazeration von Schlehen (Prunus spinosa). In der EU mindestens 25 % Vol. Alkohol und natürlich süß.
  • Small Batch – Produktion in kleinen, limitierten Chargen. Bezeichnet oft handwerklich hergestellte Gins mit besonderer Sorgfalt und individueller Charakteristik.
  • Steinhäger – Geschützter Gin-Stil aus Steinhagen (NRW). Einzige deutsche Gin-Spezifikation mit geografisch geschützter Herkunft. Muss aus fermentierten Wacholderbeeren destilliert werden.
  • Tonic Water – Mit Chinin versetztes Mineralwasser. Chinin stammt aus der Chinarinde und verleiht dem Tonic seinen charakteristischen Bittergeschmack. Ursprünglich als Malariamittel in den britischen Tropen verwendet.
  • Vapour Infusion – Aromatisierungsverfahren, bei dem der Alkoholdampf beim Aufstieg durch Botanicals geleitet wird (Basket/Carter Head). Ergibt zarte, flüchtige Noten ohne Bitterkeit.
  • Wacholder – Einzige gesetzlich vorgeschriebene Zutat in Gin. Die Beeren von Juniperus communis müssen im Aroma wahrnehmbar sein, damit ein Destillat als Gin vermarktet werden darf.
  • Zitrusschalen – Häufige Botanical in Gins. Liefern ätherische Öle mit frischen, hellen Noten. Unterschiedliche Zitrusfrüchte (Limette, Grapefruit, Yuzu, Bergamotte) erlauben vielfältige Aromapalletten.

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